Nationaler Wettbewerb

Bilder/Welt Österreich Wettbewerb

  • , METRO Kinokulturhaus 61 min

Die Entstehung und Zerstörung sowie die Deutung und Umdeutung von (bewegten) Bildern ziehen sich wie ein roter Faden durch dieses äußerst kurzweilige Wettbewerbsprogramm. Von geometrischen Traditionen über kunst- und filmhistorische Analysen bis hin zu politischen und gesellschaftskritischen Perspektiven bewegen sich die sieben Filme, die einmal an Goya, einmal an Loriot erinnern und es wie nebenbei auch schaffen, wenig rühmliche Auftritte der österreichischen Innenpolitik auf den Punkt zu bringen. Ein lehrund abwechslungsreicher, markanter und amüsanter Blick auf Bilder und die Welt. (de).

In Anwesenheit von: Christoph Schwarz, Siegfried Alexander Fruhauf, Veronika Schubert, Alexander Gratzer, Anna Vasof

Transparent

AT 2016 Kein Dialog/Liedtext 02 min Welt-Premiere Regie Katha Schaar

Goyas für die damalige Zeit provokanter weiblicher Akt Die nackte Maja (1797) und dessen kurz darauf entstandenes Pendant Die bekleidete Maja sind Ausgangspunkt für die Arbeit von Katharina Schaar. Die beiden Bilder werden als Tableau vivant in einer Einstellung re-inszeniert und um einen geschlechtlichen Rollenwechsel erweitert. Eine Reflexion über Identität, Sexualität und Bildtraditionen. (gh)

Drehbuch Katharina Schaar Produktion Katharina Schaar Schnitt Philipp Hezoucky, Christian Ernst Kamera Katharina Schaar DarstellerInnen/Mitwirkende Uschi Rainer Ton Felipe Duque

Transparent

When Time Moves Faster

GR CA AT 2016 Kein Dialog/Liedtext 06 min 32 sec Regie Anna Vasof

Die Faszination bewegter Bilder aus der Zeit vor dem Kinoapparat lässt Anna Vasof mit ungewöhnlichen Versuchsanordnungen aufleben. Aus alltäglichen Objekten oder Abläufen zaubert Vasof Mechanismen, die eine filmische Illusion entstehen lassen. Dass man ihr bei den Vorbereitungen für die vier im wahrsten Sinn des Wortes animierten Sequenzen zusieht, erhöht in diesem Fall den Reiz. Ein Film zum Staunen. (gh)

When Time Moves Faster

FUDDY DUDDY

AT 2016 Kein Dialog/Liedtext 05 min Regie Siegfried A. Fruhauf

Rechte Winkel und Quadrate in Schwarz und Weiß bilden die Basis für Fruhaufs jüngsten Experimentalfilm. Die an sich ordnende Kraft der Linienstrukturen löst er in einem Gittergewitter auf, das den Blick ebenso irritiert wie in die Leinwand hineinsaugt. „FUDDY DUDDY greift das Motiv des Rasters auf, um es in die Luft zu sprengen, in die Ordnung Unordnung zu bringen.“ (Siegfried A. Fruhauf). (gh)

Drehbuch Siegfried A. Fruhauf Produktion Siegfried A. Fruhauf Schnitt Siegfried A. Fruhauf Kamera Siegfried A. Fruhauf Ton Siegfried A. Fruhauf Animation Siegfried A. Fruhauf

FUDDY DUDDY

Espresso

AT 2016 05 min 21 sec Regie Alexander Gratzer

„Herr Ober! Noch einen Espresso, bitte.“ Die Bestellung ist getan, doch nichts passiert. Die Gitarre erklingt, begleitet die Zeit beim Verstreichen und verstärkt das Gefühl der Bewegungslosigkeit. Die Liebe steckt bei diesem ebenso melancholisch-minimalistischen wie anschließend pointiert-filmanalytischen Kaffeehaussketch im schwarz-weiß gehaltenen Detail. Loriot’sche Präzisiontrifft hier auf Wiener Entschleunigung. Ein Vergnügen. (av)

Drehbuch Alexander Gratzer Produktion Alexander Gratzer DarstellerInnen/Mitwirkende Alexander Gratzer Ton Alexander Gratzer

Espresso Audience Award - Shortynale Klosterneuburg, Audience Award - One Day Animation Festival

Circular Inscription

DE AT 2016 Kein Dialog/Liedtext 06 min 50 sec Regie Lukas Marxt

Der El Mirage Dry Lake in der kalifornischen Mojave-Wüste ist ein beliebter Drehort für Hollywood-Filme, Austragungsort für Autorennen und zudem eng verbunden mit der kunsthistorischen Strömung der Land Art. Lukas Marxt verdichtet diese Traditionen, indem er ein Auto in der prachtvollen Wüstenkulisse kreisrunde Spuren in den Sand ziehen lässt. Ein vergängliches Spektakel. (gh)

Circular Inscription

In erster Linie

First and Foremost

AT 2016 05 min 30 sec Regie Veronika Schubert

Flüchtige Formen, an geografische Grenzlinien erinnernd, ziehen an unseren Augen vorbei. Es sind imaginäre Landkarten, die bei Veronika Schubert aus den auf mehr als 3.000 Glasplättchen gravierten und in Zeitraffer aufgenommenen Wolkenformationen entstehen. Auf der Tonebene collagiert sie parallel politische Stehsätze und mediale Floskeln angesichts der im Sommer 2015 in Österreich angekommenen Flüchtlinge. Die Dokumentation einer Überforderung. (av)

Drehbuch Veronika Schubert Produktion Veronika Schubert Schnitt Veronika Schubert Ton Veronika Schubert Animation Veronika Schubert

In erster Linie Audience Award - One Day Animation Festival

LDAE

AT 2017 29 min 59 sec Wien-Premiere Regie Christoph Schwarz

Schwarz changiert auch in seinem neuen Film wieder zwischen realer Dokumentation und fiktionaler Erzählung, ohne dabei seinen kritisch-ironischen Blick auf aktuelle Entwicklungen im zeitgenössischen Kunstbetrieb zu verbergen: In Lass Die Anderen Entscheiden entwickelt der Regisseur ein partizipatives Fernsehformat, in dem die Webcommunity über Drehprozesse mitbestimmen kann. Im Rückblick schildert er, wie das Projekt bald aus dem Ruder lief. (de)

Produktion ARGE Schwarz DarstellerInnen/Mitwirkende Mel Merio, Constanze Winkler, Natalie Assmann, Michaela Schwarz, Monika Hammerler

LDAE